Staatsgrube von Neophyten befreit

Anfangs Sommer hat sich eine Handvoll tatkräftiger Leute aufgemacht, um die eingeschleppten fremden Pflanzen in der Staatsgrube zu bekämpfen. Auf der einen Seite der Grube befanden sich hauptsächlich Einjährige Berufkräuter, auf der anderen Seite Kanadische Goldruten. Beide Arten haben die hier heimische Flora komplett überwuchert. Ehemals ansässige Waldknautien und Waldkohldisteln, deren Blüten Nahrung für Wildbienen und Hummeln bieten, sind von den Wucherern gänzlich verschluckt worden. Ebenso der offene Boden, welcher für bodenbewohnende Insekten wichtig ist, sowie der fast vollständig verschwundene Augentrost.

Eine schöne Überraschung gab es dafür zu Beginn des Ausrupfens von Berufkraut: Gleich dreimal wurde einer der sehr seltenen Feuersalamander unter Baumrindenstücken gefunden.

Vorsichtig wurden sie an sicherer Stelle wieder freigelassen. Mit verschiedenen Werkzeugen und Taktiken arbeitete man sich sodann vorwärts. Immer mit genügend Abstand zueinander. Erfreulicherweise waren neben den bekannten Helfern wie Gemeindepräsident Ueli Jäggi und Gemeinderätin Christine Gafafer auch ein paar neue Gesichter auszumachen. Während die Berufkräuter noch mit relativ wenig Kraftaufwand ausgerissen werden konnten, forderten die Goldruten einiges mehr von ihren Bekämpfern. Nicht immer gelang es, das dichte, starke Wurzelwerk mitsamt der Pflanze zu entfernen. Hierzu muss angefügt werden, dass auch das Verhindern der Samenbildung und Verbreitung derselben durch Abschneiden der verblühten Blumen bereits einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung dieses Neophyten bildet.

Nach verdienter Pause ging es in den Endspurt. Mit vereinten Kräften gelang es sodann, diesen Ort für den Moment von seinen Plagegeistern zu befreien. Es sind allerdings in Zukunft noch ein paar weitere Einsätze nötig bis keines dieser üblen Kräuter mehr hier wächst. Entsorgt wurde das Pflanzenmaterial fachgerecht in Kehrrichtsäcken welche in die Verbrennung gebracht wurden. Dazu stellte Andreas Duppenthaler sein Ladefahrzeug kostenlos zur Verfügung. Ganz zum Schluss entdeckten einige Teilnehmer noch eine seltene Orchidee am Rand der Grube. Auch diese einheimische Art hat nun wieder Luft um sich auszubreiten.

Bitte helfen Sie mit, die Verbreitung oder Neuansiedlung der Neophyten zu verhindern. Dazu ist es äusserst wichtig diese fachgerecht auszujäten oder mindestens die Samen vor der Reife abzuschneiden und im Kehricht zu entsorgen. Ganz besonders gilt dies für die Goldrute in den Gärten. Ihre Samen, tausende pro Pflanze, werden kilometerweit in den nächsten Biotop verfrachtet.

Mehr zum Thema Neophyten können Sie hier nachlesen.

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